Richtig E-Bike fahren

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Aufs Fahrrad oder E-Bike aufsteigen: So setzt du dich richtig auf dein Bike und fährst souverän los 

Fahrradfahren lernen viele schon als Kind. Aber das heißt nicht, dass sich alle beim Fahren oder Aufsteigen aufs Fahrrad sicher fühlen. Egal ob klassisches Fahrrad oder E-Bike: Die richtige Aufsteigetechnik macht den Unterschied zwischen einem souveränen Start und einem wackeligen Balanceakt. 

Gerade wer nach längerer Pause wieder aufs Fahrrad steigt oder ein neues (und vielleicht schwereres) E-Bike fährt, merkt schnell: Sicheres Aufsteigen und Losfahren will gelernt sein. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du richtig auf dein E-Bike oder Fahrrad aufsteigst, sicher absteigst und welche Rahmenform es dir leichter macht. 

Wie steigt man richtig auf ein Fahrrad? Zwei gängige Methoden 

Es gibt nicht die eine richtige Methode, um aufs Fahrrad zu steigen, aber es gibt Techniken, die sicherer und eleganter sind als andere. Hier die zwei bewährtesten Varianten: 

Methode 1: Übersteigen und lostreten (empfohlen) 

Diese Technik empfehlen Fahrradtrainer und Verkehrswachten gleichermaßen. Sie bietet die beste Kontrolle über das Rad: 

  1. Pedal in Startposition bringen: Drehe das Pedal auf der Aufstiegsseite in die „2-Uhr-Position“ – also nach vorne oben. So hast du beim ersten Tritt einen maximalen Hebel und Schwung. 
  2. Über das Rad stellen: Stell dich mit einem Bein über den Rahmen vor den Sattel. Halte beide Hände gleichmäßig am Lenker und ziehe die Vorderbremse leicht an – so kann das Rad nicht wegrollen. 
  3. Fuß aufs Pedal, lostreten: Setze einen Fuß auf das Pedal in der 2-Uhr-Position und tritt kräftig nach unten. Mit diesem ersten Tritt setzt du das Rad in Bewegung und hebst dich gleichzeitig auf den Sattel. 
  4. Zweiten Fuß aufsetzen: Sobald das andere Pedal oben ankommt, setzt du den zweiten Fuß darauf – und fährst. 

Warum diese Methode? Du stehst stabil über dem Rad, bevor du losfährst. Das Rad kann nicht kippen, weil dein Gewicht mittig verteilt ist. Und du bist sofort in Fahrt, statt unsicher im Stand zu balancieren. 

Methode 2: Seitliches Aufschwingen 

Diese klassische Variante kennen viele aus der Kindheit oder von Tiefeinsteiger-Rahmen: 

  1. Stelle dich seitlich neben dein Fahrrad (üblicherweise links). 
  2. Halte den Lenker mit beiden Händen fest, ohne ihn zu verkanten, und lehne das Fahrrad leicht zu dir. 
  3. Setze den linken Fuß auf das linke Pedal und stoße dich mit dem rechten Fuß vom Boden ab. 
  4. Schwinge im Rollen das rechte Bein vor dem Sattel über den Rahmen, stelle den Fuß aufs rechte Pedal und setze dich hin. 

Diese Methode funktioniert gut bei Rädern mit tiefem Einstieg. Bei hohen Rahmen oder schweren E-Bikes kann sie aber wackelig werden, weil du das Rad kurzzeitig einseitig belastest und das Gewicht beim Aufsitzen verlagerst. 

Finde heraus, welches E-Bike zu dir passt. 

Fahrrad aufsteigen lernen: praktische Übungen für Unsichere und Wiedereinsteiger 

Wer lange nicht geradelt ist oder sich auf einem neuen Fahrrad oder E-Bike unsicher fühlt, kann das Aufsteigen in wenigen Übungseinheiten deutlich verbessern: 

Sattelhöhe richtig einstellen 

Der häufigste Anfängerfehler: Der Sattel ist falsch eingestellt. Zum Üben stellst du den Sattel so tief, dass du im Sitzen mit beiden Fußballen den Boden berührst, aber nicht mit der gesamten Fußsohle. Später bringst du ihn auf die optimale Fahrhöhe – dabei sollte dein Bein bei durchgetretenem Pedal fast gestreckt sein. Ein zu tiefer Sattel kostet dich auf Dauer Kraft und kann sogar Knieprobleme verursachen. Wenn du unsicher bist, lass dich im Fahrradhandel beraten. 

Trockenübungen ohne Fahren 

Steige zehnmal hintereinander auf und ab, ohne loszufahren. Klingt simpel, trainiert aber genau die Bewegungsabläufe, die im Verkehr automatisch sitzen müssen. Übe dabei bewusst, das Pedal in die 2-Uhr-Position zu bringen. Dann wird es schnell zur Routine. 

Stütze und Hilfsmittel nutzen 

Übe anfangs neben einer Wand oder einem Zaun. Auch ein Bordstein oder eine niedrige Stufe kann als Aufstiegshilfe dienen. Besonders beim Aufsteigen auf ein schweres E-Bike mit 20 bis 30 Kilogramm Gewicht ist das eine echte Erleichterung. 

Vor dem Anhalten runterschalten 

Viele vergessen es: Schalte vor dem Anhalten rechtzeitig in einen leichten Gang. So hast du beim nächsten Anfahren weniger Widerstand und kommst flüssiger in Fahrt. Bei Kettenschaltungen geht das nur während des Tretens. Denk also ein paar Meter vorher daran. 

Richtig aufs Fahrrad aufsteigen: typische Fehler vermeiden 

Beim Aufsteigen aufs Fahrrad gibt es ein paar Stolperfallen, die sich leicht vermeiden lassen: 

  • Pedal in der tiefsten Position: Wenn dein Fuß auf einem Pedal steht, das ganz unten ist, hast du keinen Hebel zum Lostreten. Du musst dich mit dem anderen Fuß vom Boden abstoßen, um überhaupt Schwung zu bekommen – und verlierst dabei leicht das Gleichgewicht. Bringe das Pedal vor dem Aufsteigen daher immer in die 2-Uhr-Position. So nutzt du den Abwärtstritt und kommst kraftvoll und stabil in Fahrt. 
  • Im Stand auf dem Sattel sitzen: Viele versuchen, sich zuerst auf den Sattel zu setzen und dann loszufahren. Das Problem: Du hast keinen Schwung, musst aus dem Stand antreten und wackelst. Besser ist es, im Stehen anzufahren und dich erst hinzusetzen, wenn du schon rollst. 
  • Beide Füße am Boden, Sattel zu tief: Wenn du im Sitzen mit beiden Füßen flach auf dem Boden stehst, ist der Sattel definitiv zu niedrig. Das mag sich sicherer anfühlen, kostet aber Kraft und belastet deine Knie. 
  • Bremse nicht angezogen: Ohne angezogene Bremse kann das Rad beim Aufsteigen wegrollen – besonders bergab oder auf glattem Untergrund. Ziehe immer die Vorderbremse an, bevor du aufsteigst und lasse sie los, sobald du das Pedal nach unten trittst. 
  • Falscher Gang: Wer in einem schweren Gang anfahren will, braucht enorm viel Kraft für den ersten Tritt und kommt nur langsam in Fahrt oder übersteuert den Lenker. Wenn du vor dem letzten Anhalten in einen leichten Gang schaltest, ist der nächste Start mühelos. 
  • Lenker zu stark eingeschlagen: Wenn der Lenker beim Aufsteigen zur Seite gedreht ist, kippt das Rad in die Lenkrichtung. Halte den Lenker beim Aufsteigen möglichst gerade – das sorgt für Stabilität. 
Aufsteigen auf ein E-Bike: Was ist anders? 

Die Grundtechnik beim Aufsteigen ist bei Fahrrad und E-Bike identisch. Trotzdem gibt es ein paar Besonderheiten, die du kennen solltest: 

  • Höheres Gewicht: Ein typisches E-Bike wiegt zwischen 20 und 30 Kilogramm – ein normales Fahrrad oft nur 10 bis 15 Kilogramm. Das Rad reagiert träger, wenn es kippt. Halte es beim Aufsteigen daher besonders gut fest und nutze dein Körpergewicht, um es zu stabilisieren. 
  • Motorunterstützung beim Anfahren: Sobald du in die Pedale trittst, setzt die Unterstützung ein. Das kann beim ersten Mal überraschen. Starte in der niedrigsten Stufe, bis du ein Gefühl dafür hast. 
  • Wegfahrhilfe nutzen: Viele E-Bikes haben eine Schiebehilfe (bis 6 km/h). Die kann beim Anfahren an Steigungen helfen. So musst du weniger Kraft für den ersten Tritt aufbringen. 
  • Tiefer Einstieg verfügbar: Gerade bei E-Bikes gibt es eine riesige Auswahl an Tiefeinsteigern. Wenn dir das Aufsteigen schwerfällt, ist ein E-Bike mit tiefem Einstieg die beste Lösung. 

Entdecke weitere Tipps und Hinweise, wie du richtig E-Bike fahren lernst. 

Fahrrad mit tiefem Einstieg Trapezrahmen: leichtes Aufsteigen 

Wer Schwierigkeiten hat, das Bein über einen hohen Rahmen zu schwingen, findet in einem Trapezrahmen oder Wave-Rahmen die Lösung. Diese Rahmenformen haben ein deutlich abgesenktes Oberrohr – manche Modelle (sogenannte Tiefdurchsteiger) kommen fast ohne Oberrohr aus. 

Welcher Rahmen erleichtert das Aufsteigen? 

Rahmentyp 

Einstiegshöhe 

Geeignet für 

Diamantrahmen (klassisch) 

hoch 

sportliche Fahrende, die maximale Steifigkeit wollen 

Trapezrahmen 

mittel 

Alltagsfahrende, die Komfort und Stabilität schätzen 

Wave-Rahmen / Tiefdurchsteiger 

sehr niedrig 

alle, die besonders leicht auf- und absteigen möchten 

Ein tiefer Einstieg ist längst kein reines Senioren-Thema mehr oder Damenfahrrädern vorbehalten. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für den Komfort beim Auf- und Absteigen – egal ob beim klassischen Fahrrad oder beim E-Bike. 

In unserem Blogbeitrag kannst du dich weiter darüber informieren, welches E-Bike zu dir passt. 

Von rechts aufs Fahrrad aufsteigen – warum eigentlich immer von links? 

Traditionell steigt man von der linken Seite auf das Fahrrad. Das hat einen praktischen Grund: Die Kette, das Schaltwerk und die Ritzel befinden sich auf der rechten Seite. Wer von links aufsteigt, vermeidet zufälligen Kontakt mit der öligen Kette und Flecken an der Hose. 

Grundsätzlich ist das Aufsteigen aufs Fahrrad von rechts aber kein Problem und kann sogar Vorteile haben: 

  • Stärkeres Standbein nutzen: Manche Menschen haben ein stärkeres linkes Bein. Dann fühlt es sich natürlicher an, links stehen zu bleiben und rechts aufzusteigen. 
  • Flexibilität im Alltag: Wenn dein Rad an einer Mauer oder einem Bordstein steht, kannst du nicht immer von links aufsteigen. Wer beide Seiten beherrscht, ist flexibler. 
  • Sicherheit im Verkehr: An einer Straße stehst du idealerweise auf der Gehwegseite – und die ist nicht immer links. 

Tipp: Übe das Auf- und Absteigen beim Fahrrad bewusst von beiden Seiten. Am Anfang fühlt sich die ungewohnte Seite merkwürdig an, aber nach ein paar Versuchen wird es zur Routine. 

Wie steigt man vom Fahrrad ab? Sicher absteigen in 3 Schritten 

Das Absteigen wird oft unterschätzt – dabei passieren hier die viele Stürze im Stand. So steigst du sicher von deinem Fahrrad oder E-Bike ab: 

  1. Tempo reduzieren und runterschalten: Bremse langsam und gleichmäßig. Schalte dabei in einen leichten Gang – so bist du beim nächsten Start sofort wieder startklar.
  2. Vom Sattel nach vorne rutschen: Verlagere dein Gewicht nach vorne und steh über dem Rahmen auf. Ein Fuß bleibt auf dem Pedal, der andere hängt frei. 
  3. Fuß aufsetzen und Bein schwingen: Setze den freien Fuß auf den Boden, während du das andere Bein über den Rahmen zur anderen Beinseite schwingst. Halte dabei die Bremse gezogen, damit das Rad nicht wegrollt. 
Besonderheiten beim Absteigen vom E-Bike 

Achte beim Absteigen vom E-Bike darauf, dass die Motorunterstützung nicht unerwartet einsetzt, wenn du noch halb auf dem Rad stehst. Schalte am besten in eine niedrige Unterstützungsstufe oder schalte den Motor ganz aus, bevor du anhältst. E-Bikes reagieren schon auf leichten Pedaldruck – und ein unerwarteter Schub beim Absteigen kann gefährlich werden. 

Außerdem sind E-Bikes durch Motor und Akku deutlich schwerer als klassische Fahrräder. Halte das Rad beim Absteigen gut fest, damit es nicht umkippt. 

In unserem Blogbeitrag erfährst du mehr zum E-Bike-Gewicht. 

Häufige Fragen zum Aufsteigen aufs Fahrrad 

Wie steigt man richtig auf ein Fahrrad? 

Die sicherste Methode: Stell dich über den Rahmen vor den Sattel, bringe ein Pedal in die 2-Uhr-Position (vorne oben) und ziehe die Vorderbremse an. Tritt kräftig auf das Pedal und mit dem ersten Schwung setzt du das Rad in Bewegung und hebst dich gleichzeitig auf den Sattel. Der zweite Fuß kommt aufs Pedal, sobald es oben ankommt. 

Kann man auch von rechts aufs Fahrrad aufsteigen? 

Ja, das ist problemlos möglich. Traditionell steigt man von links auf, um den Kontakt mit Kette und Schaltwerk zu vermeiden. Aber wenn du dich von rechts sicherer fühlst oder die Situation es erfordert, spricht nichts dagegen. Ideal ist es, beide Seiten zu beherrschen. 

Was ist der beste Rahmen zum leichten Aufsteigen? 

Ein Wave-Rahmen oder Tiefdurchsteiger erleichtert das Aufsteigen. Dann musst du dein Bein nicht über ein hohes Oberrohr schwingen. Ein Trapezrahmen bietet einen guten Kompromiss aus Stabilität und komfortablem Einstieg. Klassische Diamantrahmen erfordern die meiste Beweglichkeit beim Aufsteigen, weil du dein Bein hinten über den Sattel schwingst. 

Wie steigt man vom Fahrrad ab, ohne zu stürzen? 

Bremse langsam ab und schalte in einen leichten Gang. Rutsche vom Sattel nach vorne, sodass du über dem Rahmen stehst. Setze einen Fuß auf den Boden und schwing das Bein vor dem Sattel über den Rahmen. Wichtig: Halte die Bremse gezogen, damit das Rad nicht wegrollt. 

Ist das Aufsteigen auf ein E-Bike schwieriger als auf ein normales Fahrrad? 

Die Technik ist grundsätzlich identisch. Allerdings wiegen E-Bikes mit deutlich mehr, weshalb du das Rad beim Aufsteigen besonders gut mit deinem Körpergewicht stabilisieren musst. Starte außerdem in einer niedrigen Unterstützungsstufe, denn der Motor setzt schon bei leichtem Pedaldruck ein. E-Bikes mit tiefem Einstieg erleichtern das Aufsteigen. 

Warum ist die Pedalstellung beim Aufsteigen aufs Fahrrad wichtig? 

Wenn das Pedal in der 2-Uhr-Position steht (vorne oben), hast du beim ersten Tritt den maximalen Hebel. Du kommst schneller in Fahrt und musst weniger Kraft aufwenden. Steht das Pedal unten, musst du es erst hochdrehen – und verlierst wertvolle Sekunden, in denen du instabil bist.

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